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expérimence #3: Intermittent Fasting / Lean Gains Part 1

Wie schon im letzten expérimence-Post habe ich erwähnt, dass sich mein Essverhalten grundlegend geändert hat. Unter anderem Habe ich „Lean Gains“ (eine Art Intermittent Fasting) für mich entdeckt und vor allem lieben gelernt! Aber was ist Intermittent Fasting überhaupt? Hierbei isst man für eine gewisse Anzahl an Stunden nichts sondern trinkt nur Wasser (evtl. mit Zitronensaft oder einen Löffel Apfelessig)/Tee/Kaffee. Dann hat man ein gewisses Zeitfenster in der man dann zwei bis drei große Mahlzeiten zu sich nimmt. Das hört sich komplizierter an als es ist. Im Klartext bedeutet dies einfach nur, dass man erst viel später frühstückt, weniger snackt, gegen 15 Uhr sein Mittagessen zu sich nimmt und abends dann (meist zwischen 18 und 20 Uhr) seine letzte Mahlzeit zu sich nimmt. Also schlicht gesagt eher ein Lifestyle die einige unbewusst befolgen. Ich habe mich für folgendes Zeitfenster entschieden und mit der ich super zurecht komme: ab 11 Uhr bis 19 Uhr. Je nachdem ob ich noch abends ausgehe sah dann das Zeitfenster so aus: 12 Uhr bis 20 Uhr oder 13 bis 21 Uhr.

Was ist Intermittent Fasting?

Da ich nicht allzu sehr ins Detail gehen will habe ich für euch zwei Videos mit beigefügt die sehr gut erklären was genau Intermittent Fasting bzw. Lean Gains ist.

Part 1 – Acht Tage Intermittent Fasting

Tag 1: Da ich gestern Abend eine sehr große, schwere Mahlzeit zu mir genommen habe, war ich heute Morgen auch nicht sonderlich hungrig. Deshalb viel es mir überhaupt nicht schwer erst gegen 11 Uhr zu frühstücken. Davor trank ich ein Liter Wasser und eine Tasse Tee. Zum Mittag (zwischen 14 und 15 Uhr) gab es ein Wrap, ein Apfel und 1/3 einer Wassermelone. Abends gab es dann einen großen Smoothie mit Proteinpulver, gefrorenen Früchten und Haferflocken!

Tag 2: Morgens ziemlich energetisch aufgewacht, ich hatte das Gefühl auf Wolken zu schweben. Kennt ihr das Gefühl, wenn man vor Glück ganz schwindelig wird? Genau das Gefühl hatte ich auch. Mein Tee-Konsum steigt ebenfalls, was mir sehr entgegen kommt. Es fällt mir alles viel einfacher als ich dachte. Gegen Nachmittag hatte ich ganz schön Kopfschmerzen, was aber eher an einer zwei stündigen Fahrt mit dem Ersatzverkehr lag. Mein Hochgefühl ging gegen Abend hin langsam runter, ich war schnell gereizt. Aber alles in einem bin ich ziemlich positiv überrascht, dass mein Hungergefühl sich im Rahmen hält.

Tag 3: Morgens eineinhalb Stunden im Wald spazieren gewesen und meinen Lieblingspodcast nebenbei gehört. Danach entspannt um 11 Uhr gebruncht. Irgendwie fühlt sich Intermittent Fasting eher an wie ein gesunder Sonntag: ein etwas ausladender Frühstück, spätes Mittagessen und wie gewohnt dann ein bekömmliches Abendessen. Ebenfalls hat sich mein Snack-Verhalten drastisch verändert. Ich snacke zwischen den Mahlzeiten nicht mehr großartig viel, meine Gedanken sind nicht schon bei der nächsten Mahlzeit sondern im hier und jetzt und irgendwie dreht sich mein Tagesablauf nicht mehr um die Ernährung. Ich habe auf einmal viel mehr Freiraum im Kopf für andere Gedanken. Jetzt erst merke ich, wie krankhaft ich immer nur an „Essen – essen – essen“ gedacht habe und dass es jetzt viel entspannter ist.

Tag 4: Heute ist Sonntag, ich habe mit meinen Eltern zusammen gebruncht. Es gab ganz viel Obst für mich, zum Mittagessen gab es typisches, vietnamesisches Essen: Reisnudeln mit viel frischen Kräutern und Gemüse. Abends servierte ich mir dann ein selbst gemischtes Müsli mit frischen Himbeeren und danach noch einen Wrap. Ich fühle mich ziemlich gut dabei. So gut, dass ich abends noch 2.5 km Joggen war, 20 Minuten Yoga praktizierte und so viel Energie noch übrig hatte, dass ich abends bis Mitternach noch hellwach im Bett lag.

Tag 5: Overnight Oats mit gefrorenen Beeren, Chia Samen, reifer Banane, Knusper Müsli gegen 11 Uhr. Um diese Uhrzeit bereiten sich meine Arbeitskollegen ihr Mittagessen vor, fühlt sich immer noch leicht ungewohnt an. Um 15 Uhr gab es meine derzeitiger Favorit: ein gesunder Wrap gefüllt mit viel Gemüse und Avocado! Als Side Dish noch einen grünen Apfel. Abends aß ich dann ganz viel Wassermelone und es gab noch ein Eiweißshake. Mein Energielevel ist überdurchschnittlich. Nicht nur, dass ich morgens schon im Fitnesscenter meine neuen HIIT Übungen ausgeführt habe, ich war gerade eben noch 2.5 km Joggen. Das ist unglaublich! Ich habe mich lange nicht mehr so in Balance gefühlt.

Tag 6: Heute Morgen genug Energie gehabt, dass ich so früh aus dem Bett kam und dann auch noch beim Sport war. Ich entwickle langsam aber sicher eine Liebe für Overnight Oats. Die gab es bei mir wieder, dieses mal noch mit Sojajoghurt und frischen Johannisbeeren. Ich bin mittlerweile wirklich süchtig nach Wraps, die servierte ich mir um Punkt 15 Uhr zum Mittagessen. Ich fühle mich ziemlich gut und bin stolz darauf, wie viel Wasser und Tee ich mittlerweile trinken kann. Drei Liter Flüssigkeit am Tag sind mindestens drin. Gegen 20 Uhr gab es ein 10 minütiges HIIT Workout und kurz vor dem Schlafen gehen eine halbstündige Yoga-Session. Namasté! Dieser Lifestyle gefällt mir bisher sehr gut.

Tag 7:  Mittlerweile fällt es mir wirklich sehr leicht, ich habe meine kleine aber feine Routine gefunden und habe meinen Kopf mit ganz anderen Gedanken gefüllt. Überhaupt, kann ich mich nun mehr auf mein Leben konzentrieren als auf die Frage hin, was meine nächste Mahlzeit wohl werden könnte. Simplicity is the key. Ebenfalls habe ich das Gefühl, dass Wassereinlagerungen, die ich durch meinen ungesunden Lifestyle angesammelt habe, sich von meinem Körper lösen. Thumps up!

Tag 8: Morgens wieder wie gewohnt HIIT im Fitnesscenter durchgeführt. Ich habe wirklich das Gefühl, das dieses Experiment eine erfolgreiche Veränderung in meinem Lifestyle bewirkt hat! Normalerweise braucht man ja um die 30 Tage um sich an neue Lebensumstände und Veränderungen sowie Routinen zu gewöhnen. Hier habe ich es innerhalb einer Woche effektiv in meinem Alltag mit einfließen lassen können. Aber es gibt natürlich noch eine Fortsetzung 😉

Inttermittent Fasting Zwischenfazit

In den letzten 8 Tagen habe ich einiges über meinen Körper lernen können. Ich bin zum Beispiel viel ausgeglichener, esse regelmäßiger und bewusster, habe Wraps und Overnight Oats für mich entdeckt und der Heißhunger blieb überraschenderweise aus. Ebenfalls habe ich das Gefühl meinen Körper nun richtig zu kennen. Meine Gedanken sind freier (hört sich unglaublich an), ich habe irgendwie mehr Zeit, zelebriere die Einnahme von den Mahlzeiten dabei umso mehr.

Der nächste Part von meiner Kollumne „experimencé“ umfasst dann den endgültigen Fazit der letzten vier Wochen.

4 Kommentare

  1. Wow, noch nie davon gehört !;o aber super super interessant, ich freue mich das du nun mehr über dein Körper weißt und dich besser fühlst. Wie bist du denn auf diese Art von Fasten gekommen?

    Ich grüße Dich von den Philippinen, mein letzter Beitrag geht über Menschen mit gemischter Herkunft, ich frue mich auf deine Worte. Eine Umarmung, Laura.

  2. Wow das klingt ja richtig toll! Vielen Dank für die Einblicke in deine Erfahrung mit dem I.F.! Ich selbst habe immer geglaubt, dass sei nichts für mich, weil ich es liebe intuitiv zu essen. Aber nach deinem Bericht werde ich es vielleicht doch mal testen 🙂

    Lieben Gruß, Marilena

  3. Was ein spannender Beitrag! Besonders die Aussage, dass es für einige aktuell sowieso schon ganz unbewusst dem Lifestyle entspricht, fand ich sehr passend. Bisher habe ich öfters schon recht böse Kommentare zum Intermittent Fasting gelesen und kann dem so nicht zustimmen – denn wie du sagst, viele machen das auch einfach unbewusst so.

    Ich habe es bisher noch nie ausprobiert, aber ich würde es gern mal machen. Auf dein endgültiges Fazit bin ich sehr gespannt! 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Tina

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